MARC PAIN

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Mein viertes Autoreninterview - veröffentlicht wurde es auf MEIN KLEINES BÜCHERZIMMER

1. Wie bist Du dazu gekommen, Autor zu werden?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Die Lust am Schreiben habe ich schon als Kind für mich entdeckt. Wenn ich ein Buch gelesen oder einen Film gesehen habe, habe ich mir eine veränderte Handlung, ein alternatives Ende oder neue Charaktere ausgedacht. Es gibt kaum einen Zeitpunkt in meinem Leben, in dem ich nicht an irgendeiner Geschichte, einem Gedicht oder anderen Texten gewerkelt habe.

2. Du schreibst ja verschiedene Genre wie Thriller, Horror oder Science Fiction. Warum so viele verschiedene?

Dass ich in mehreren Genres schreibe, hat sich ganz einfach so ergeben. Angefangen habe ich mit Fantasy, danach habe ich mich an einer Horrorgeschichte versucht. Da ich selbst am meisten Thriller, Krimis und SciFi lesen, habe ich angefangen auch in diesen Genres zu schreiben. Einen Krimi zu schreiben, habe ich mich lange Zeit nicht getraut, obwohl es schon lange ein Wunsch von mir war. Seitdem ich damit angefangen habe, läuft es besser als bei allen Büchern zuvor.

3. Wie recherchierst Du für Deine Bücher, und woher kommen die Ideen?

Bei allen Ideen bastle ich zunächst im Kopf an ihnen herum. Ich probiere aus und schaue, was mir mein Gefühl dazu sagt. Dann fange ich auch meistens schon an mit dem Schreiben – ohne vorher groß zu recherchieren oder mich mit anderen Sachen aufzuhalten. Erst möchte ich herausfinden, wie der Schreibfluss mit dieser Idee ist. Manchmal merke ich dann, dass ich mich lieber an etwas anderem versuchen sollte – um diese Idee eventuell später aufzugreifen.

Wenn der erste Schritt erfolgreich war und ich mich wohl mit der Idee fühle – kommt es ganz auf das Werk drauf an.

Einige Bücher erfordern eingehende Recherchen. Die Recherchen müssen in einen Plot umgearbeitet werden, und erst danach kann ich mit dem Schreiben beginnen. Recherchierte Sachen müssen zudem überprüft werden, ob sie denn wirklich so stimmen.

Bei anderen Büchern kann ich mich sofort an den schönsten Teil der Arbeit machen – dem Schreiben. Einfach nur schreiben.

Ganz selten kam es auch schon vor, dass ich ein Werk während der Überarbeitung komplett umgeschrieben habe.

Was alle Werke wieder gemeinsam haben, sind die Arbeiten am Cover, dem Klappentext und dem Ausfeilen der Marketingstrategie. Testleser, Lektor und Korrektor gehören auch zum Entstehungsprozess dazu. Meistens nehmen die Überarbeitungen der Werke mehr Zeit in Anspruch, als das eigentliche Schreiben.

4. Haben persönliche Erlebnisse Einfluss auf Deine Romane?

Selbstverständlich. Aus genau diesem Grund habe ich damit angefangen Gedichte zu schreiben. Sie dienen mir als Ventil und am schönsten ist es, wenn meine Worte andere berühren, sie nachdenklich stimmen und ihnen helfen.

Das menschliche Wesen zu studieren, gehört auf jeden Fall zu einer Autorenkrankheit. Und das Erlernte – durch Beobachten angeeignete Wissen, versuche ich dann auf meine Figuren anzuwenden.

5. Momentan arbeitest Du an einer Sammleredition. Worum geht es da und wie viele Bände sollen erscheinen?

Es geht um einen Mordermittler und seinen Assistenten. In einer neunteiligen Buchreihe klären die beiden Ermittler aus Hamburg, verschiedene Mordfälle auf. Derzeit arbeite ich am zweiten Band. Grob vorgeplotten sind alle neun. Wenn ich, wie erhofft, vorankommen, sollte ich 2021-22 fertig sein.

6. Was war dein allererster Versuch einen Roman zu schreiben und was ist mit ihm passiert?

Im Alter von 9 oder 10 Jahren habe ich die erste längere Geschichte geschrieben – eine Abenteuergeschichte, in der es um Piraten ging.

7. Ist er veröffentlicht oder schlummert er gut versteckt in einer Schublade/Festplatte?

Ob es von dieser Geschichte noch etwas Handschriftliches oder Virtuelles gibt, kann ich leider nicht sagen, ich weiß nicht, was damit geschehen ist und kann mich auch an so gut wie nichts daraus erinnern – schade irgendwie.

8. Was passiert mit dem Manuskript, wenn das Buch veröffentlicht ist? Wird das vom PC gelöscht oder irgendwo für später mal gespeichert?

Gelöscht wird nichts. All meine Manuskripte befinden sich auf der Festplatte. Von etwas, in das ich so viel Zeit und Herz gesteckt habe, kann ich mich nicht einfach so mit einem Klick verabschieden.

9. Setzt Du Dir selber ein Pensum oder wie lange brauchst Du für ein Buch?

Mein einziges Pensum, das ich mit setze, ist es mindestens 2.000 Wörter zu schreiben. Wenn das mal wirklich nicht möglich sein sollte, dann ist mein Mindestanspruch, überhaut was zu schreiben und wenn es nur ein- oder zweihundert Wörter sein sollte. Für ein Roman mit ungefähr fünfhundert Seiten, benötige ich zwischen zwei und drei Monaten, zusammen mit den Überarbeitungen nimmt es dann bis zu einem halben Jahr in Anspruch. Testleser, Lektorat, Ruhephasen … insgesamt bin ich dann schon zehn Monate oder ein Jahr mit einem Buch beschäftigt, bis es fertig ist.

10. Hattest Du schon mal eine Schreibflaute? Und wie gehst Du damit um?

Nein niemals! …, das war natürlich ein Scherz. Ich denke jeder, der etwas Kreatives macht, hat auch mal eine Blockade. Danach, so wie jetzt, darüber zu sprechen fällt leicht. Dann kann man sagen, mal soll sich mit was anderem beschäftigen, sich Ruhe gönnen und ähnliches. Wenn eine Blockade jedoch akut ist, dann laufe ich nicht selten die Wände hoch. Ganz automatisch will ich dann um so mehr weiterkommen, erzeuge dadurch Druck und fahre mich noch fester. Teilweise denke ich sogar, dass ich nie wieder schreiben kann. Eine Schreibblockade ist deshalb etwas sehr Unangenehmes, was aber zum Schreiben dazugehört. Um so häufiger man diesen Prozess jedoch durchschreitet, um so leichter fällt es einem – so ist es zumindest bei mir.

11. Wie sieht Dein Alltag derzeit aus und wie baust Du das Schreiben in diesen ein. Wo schreibst Du am liebsten?

Ein typischer Tag: Aufstehen, Kaffee kochen und trinken, Sport machen und danach mache ich mich dann in der Regel an die Arbeit. In der Woche kümmere ich mich zuerst um meine Autoren- und Bücherseiten sowie um das Marketing: Werbung machen, mit Lesern und Kollegen austauschen, eMails beantworten, in den Sozialen Netzwerken aktiv sein … bevor ich schreibe lese ich mindesten das letzte Kapitel meines Werkes, um wieder ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen – meist fallen dann schon die ersten Korrekturen an. Erst wenn der Tag etwas fortgeschrittener ist, werde ich so richtig warm und schreibe dann meistens bis nachts durch.

12. Wo veröffentlichst Du deine Bücher?

Bisher als Selfpublischer. Die Krimireihe, an der ich aktuell arbeite, möchte ich aber bei einem Verlag unterbekommen, welcher, das steht noch nicht fest.

13. Printbooks oder lieber Ebooks. Was veröffentlichst Du lieber?

Lieber die Printbooks, obwohl beide Formen, ganz klar ihre Vor- und Nachteile haben und ich deshalb für Auto und Leser beides auch sinnvoll finde.