MARC PAIN

Der Fischer



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Kurzgeschichte    

Hamburg, 10. Mai 1878

An meinen ersten Fall als Kommissar kann ich mich noch gut erinnern. Ich schrieb gerade einen Bericht, als Hauke ins Präsidium gestürmt kam. Hauke war ein zwölfjähriger Straßenjunge. Er hatte in seinem kurzen Leben schon so einiges sehen und erfahren müssen, weshalb er sich sehr von anderen Gleichaltrigen unterschied. Während meiner Dienstzeit bei der Streifenpolizei hatte ich Bekanntschaft mit dem Jungen gemacht, der sich aus mir unbekannten Gründen für die Arbeit der Polizei zu interessieren schien.
»Am Hafen wurde eine Leiche angespült!«, verkündete er.
Ich sah vom Bericht auf. »Was sagst du da?«, fragte ich erstaunt nach und winkte den Burschen zu mir an den Schreibtisch.
»Ein toter Mann treibt im Hafenbecken, die anderen sind gerade dabei ihn herauszufischen.«
»Die anderen?«, fragte ich nach.
»Ja, dort hat sich eine gewaltige Menschenmenge gesammelt. Mich hat man losgeschickt, um die Polizei zu informieren.«
Hauke wirkte aufgeregt, aber ängstlich schien er nicht zu sein.
»Ist er ertrunken?«
»Das weiß ich nicht, mein Herr.«
Ich warf einen Blick quer durch den Raum, wo mein Partner Berndt Bergmann hinter seinem Tisch saß. Er hatte unserem Gespräch aufmerksam gelauscht. Wir nickten einander zu und erhoben uns.
»Dann bring uns dorthin, Hauke«, sagte ich, zog mir den Mantel an und setzte meinen Hut auf.
Zu Fuß lag der Hafen ein beachtliches Stück vom Kommissariat entfernt. Die Pferde ließen wir jedoch stehen und nahmen eine Kutsche. »Ich bin noch nie mit einer Kutsche gefahren«, verkündete Hauke vergnügt. Ich lächelte dem Knaben ermüdend zu und verschwieg, wie sehr ich es hasste, in einem dieser Pferdekarren durch die Gegend gezogen zu werden.
Als wir den Hafen erreichten, tat mir mein Steiß bereits fürchterlich weh. Der gesamte Weg war mit Stein gepflastert gewesen, weshalb man ununterbrochen auf der harten Sitzbank auf und ab hüpfte, wie ein Paket in einem Postwagen.
Ich bezahlte den Kutscher und verließ das Fahrzeug als letzter. Wir befanden uns an den Landungsbrücken und laut Haukes Aussage, war es nun nicht mehr weit.
Schon aus hundert Metern Entfernung konnte ich die Menschentraube sehen, die sich am Pier gebildet hatte.
»Kriminalpolizei!«, rief ich aus. »Winter, mein Name, bitte machen sie Platz!« Es war immer schwer die Schaulustigen auf ihre Plätze zu verweisen. Mit aller Gewalt versuchten sie einen Blick auf die Tragödie zu erhaschen, wahrscheinlich, um sich selbst besser zu fühlen.
Mein Partner breitete die Arme aus und deutete der Menge zurückzuweichen. »Bitte machen sie doch Platz, wir müssen hier in Ruhe unserer Arbeit nachgehen können.«
Während Berndt sich dieser unsäglichen Arbeit annahm, ging ich neben dem Toten in die Hocke. Inzwischen hatte man die Leiche geborgen. Sie lag rücklings vor mir, nur wenige Zentimeter von der Hafenmauer entfernt. »Wer hat die Leiche entdeckt?«, fragte ich in die Runde. Ein älterer Mann in der vordersten Reihe hob die Hand.
»Ich werde mich gleich mit Ihnen unterhalten«, fuhr Berndt dazwischen. Mittlerweile hatte er zwei patrouillierende Streifenpolizisten zur Verstärkung herangeholt, die nun damit beschäftigt waren, die neugierigen Bürger auf Abstand zu halten.
Ich sah mir wieder den Toten an. Neben mir stand Hauke. »Du solltest dir das lieber nicht anschauen!«
»Damit komme ich zurecht, mein Herr.«
Ich ließ mich darauf ein und nahm die Leiche in Augenschein. Die Kleidung des Mannes, er schien Fischer gewesen zu sein, war durchnässt. Seine Augen standen offen. Sie starrten leer in den blauen Himmel. Der Mund war leicht geöffnet.
Äußerlich wies die Leiche keine Verwesungsmerkmale auf. Nachdem ich den Körper abgetastet hatte, wusste ich, dass die Totenstarre noch nicht richtig eingesetzt hatte. Damit stand fest, dass der Mann vor wenigen Stunden ermordet worden war. Durch das Abtasten der Extremitäten und dem Oberkörper war ich mir ebenfalls sicher, dass keine inneren Brüche vorlagen.
Hauke schickte ich los, eine Plane aufzutreiben, damit wir den Toten vor den Blicken der Vorbeikommenden schützen konnten. Als ich mich wieder dem Opfer zuwendete, kam Berndt an meine Seite. Er ging neben mir in die Hocke.
»Die Leichenstarre hat noch nicht richtig eingesetzt«, berichtete ich von meinen Beobachtungen, »außerdem bin ich auf keine Brüche gestoßen. Eventuell ist er vom Boot gestürzt und ertrunken.«
Berndt nickte und ließ mich zu Ende reden. »Was ist mit der Beule?«, fragte er anschließend.
Ich hielt die Luft an. Auch ich ging in die Hocke und sah mir die Stirn des Halbglatzigen an. Tatsächlich, eine kleine, blau angelaufene Beule.
»Aber diese Verletzung wird nicht zum Tod geführt haben«, ergänzte Berndt.
»Er könnte von einem Maststamm am Kopf getroffen worden und über Bord gegangen sein.«
»Ja, das wäre möglich«, stimmte Berndt mir vorübergehend zu. Er ging mit seinem Gesicht ganz dicht an das des toten Mannes heran. Wie ich, trug er Lederhandschuhe, wenn er sich an einem Tatort aufhielt. Er sah sich die Augen an, zog die Lider zurück und nahm auch den Mund unter die Lupe.
»Nein«, verkündete er, als er sich wieder aufgerichtet hatte.
»Wozu nein?«
»Die Kopfverletzung hat diesen Mann nicht das Leben gekostet. Die sollte ihn wohl nur ruhigstellen. Außerdem ist er nicht ertrunken. Er ist erstickt!«
»Wie meinst du das?«, fragte ich.
»Wenn du dir Augen und Mund genauer anschaust, Winter, dann siehst du kleine Einblutungen, die entstehen, wenn eine Person erstickt. Der Mann wurde aber nicht erwürgt, denn am Hals finden sich keine Spuren.«
»Also haben wir hier einen Mord«, schlussfolgerte ich.
»Wahrscheinlich, Winter. Wahrscheinlich ist das hier dein erster Mordfall.«
Nachdem die Leiche abgedeckt war, warteten Berndt und ich auf das Eintreffen des Leichenwagens.
»Hast du noch etwas herausfinden können?«, fragte ich Berndt und nickte in Richtung des Mannes, der die Leiche entdeckt hatte.
»Nein, nicht wirklich. Der Tote wurde vor ungefähr einer Stunde entdeckt und kurz danach herausgefischt. Keiner der Anwesenden kennt den Mann. Er sieht wie ein gewöhnlicher Fischer aus, wenn du mich fragst.«
Ich nickte zustimmend.
»Ich fragte nach, ob noch etwas aus dem Hafenbecken gefischt werden konnte … Fehlanzeige. Den Namen des Zeugens habe ich mir notiert, doch denke ich, dass er die Wahrheit erzählt und für die weitere Ermittlung wohl kaum von Bedeutung sein wird.«
Berndt war dreißig, drei Jahre älter als ich. Er hatte auch mit siebenundzwanzig bei der Kriminalpolizei angefangen. Berndt Bergmann war der Dienstältere und ich ihm damit unterstellt. Ich war froh ihn an meiner Seite zu haben. Berndt und ich kamen gut miteinander aus und von seinen Erfahrungen sollte ich in der Zukunft noch oft profitieren dürfen.
»Dann sollten wir uns erst mal auf den Rückweg machen«, verkündete Berndt und nickte in Richtung einer pechschwarzen Kutsche, die einen Keil in die Menschenmenge trieb.
Der Leichenwagen war da.

Am darauffolgenden Tag saßen wir um acht Uhr in dem stickigen Besprechungsraum des Kommissariats in Altona. Hans Richter, der Polizeichef wollte alles über den Toten wissen und die weitere Vorgehensweise besprechen.
»Noch wissen wir nicht, wer der Tote war und warum er sterben musste«, fasste Berndt zusammen. »Es sieht nach Mord aus, aber auch das, lässt sich jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen.«
»Und womit habt ihr gestern den Tag verbracht?«, fragte Hans in die Runde aus fünf Beamten.
»Falk und ich haben natürlich unseren Bericht geschrieben«, erklärte Berndt. »Heute geht es darum herauszufinden, wer der Tote war und darüber an ein mögliches Motiv zu gelangen.«
Hans Richter nickte unzufrieden. »Weiland und Rümel«, er deutete auf die angesprochenen Kommissare, »ihr werdet euch um die Presse kümmern und in Verbindung mit den Kollegen aus der Pathologie stehen. Bergmann und Winter, ihr geht zum Hafen und schaut euch nach Zeugen um.«
Wenig zufrieden nickten Berndt und ich. Berndt war mit seinen drei Jahren nicht einmal halb so lange im Kommissariat tätig, wie es Weiland und Rümel waren. Es war daher meist so, dass man uns die Laufarbeit übertrug.
»Und was soll ich machen?«, fragte Werner Bauer, unser Mann für das Archiv und die Beweissicherung.
»Sie werden sich die Kleidung des Toten aus der Pathologie besorgen und untersuchen.«
Damit war die Dienstbesprechung am Morgen beendet.
Berndt und ich machten uns sofort auf den Weg. Wir ritten zu den Landungsbrücken, wo wir unsere Pferde in einer Stallung unterbrachten. »Wo fangen wir an?«, fragte ich meinen Partner und blickte verloren den Pier hinauf. Um diese frühe Uhrzeit war der Hamburger Hafen bereits so belebt, wie es in anderen Teilen der Stadt erst zur Stoßzeit sein würde. Der Hafen war das Herz der Stadt.
An den Landungsbrücken tummelten sich eine Menge Arbeiter. Sie waren damit beschäftigt, die anlegenden Dampfer mit Kohle zu beladen. Die meisten der Männer kamen aus dem unmittelbaren Umland oder waren wegen der Arbeit in die Stadt gezogen.
»Wir sollten uns am besten bei den Fischern herumfragen, vielleicht wird der Tote ja bereits von seinen Arbeitskollegen vermisst.«
Ich warf einen Blick auf die Turmuhr. Sie schlug gerade halb zehn.
Berndt und ich gingen ein Stück nordwärts und machten sogleich vor dem ersten Fischerstand halt.
»Ich grüße sie meine Herren«, sagte der Mann mit Schifferkrause gut gelaunt. »Hier gibt es fangfrischen Barsch, Aal und natürlich Nordseekrabben.«
Berndt winkte freundlich ab und zeigte seinen Ausweis vor.
»Für die Herren der Polizei habe ich natürlich ein ganz besonderes Angebot«, rief der Fischer aus.
»Wir möchten keinen Fisch oder Krabben. Wir suchen nach Zeugen.«
Erst jetzt veränderte sich der Blick des Mannes. Sein Tonfall wechselte augenblicklich von dem eines Marktschreiers in eine normale Gesprächslautstärke.
»Zeugen, wofür?«
»Gestern wurde eine Leiche aus dem Hafenbecken gefischt, haben Sie davon noch gar nichts gehört?«, fragte ich.
»Wer war der Tote?«
»Das wissen wir nicht«, antwortete Berndt, der sein Notizbuch gezückt hatte. »Wie heißen Sie?«
»Manfred, Manfred Krämer.«
»Herr Krämer, sind Sie sich sicher, doch nicht irgendwo etwas aufgeschnappt zu haben? Wird jemand vermisst? Fällt Ihnen jemand ein, der vielleicht etwas gesehen haben könnte? Bitte denken Sie gründlich nach, dass ist sehr wichtig.«
Manfred Krämer dachte wirklich einen Moment lang nach, doch schüttelte er nur mit dem Kopf. »Otto Vogt«, sagte er schließlich.
»Was ist mit dem?«, wollte Berndt wissen, nachdem er sich den Namen notiert hatte.
»Er ist der Verwalter für die Marktstände hier«, erklärte Manfred Krämer und deutete auf eine kleine Backsteinbehausung. »Wenn jemand vermisst wird, dann weiß vielleicht er was darüber.«
Berndt nickte und warf mir einen raschen Blick zu. »Ich danke Ihnen, Herr Krämer«, sagte er zum Abschied.
»Otto Vogt«, sagte ich, »mal sehen, ob uns dieser Herr weiterhelfen kann.«
»Mach´ dir keine all zu großen Hoffnungen. Mit aller Wahrscheinlichkeit werden wir den gesamten Tag benötigen, um dann mit ein paar dürftigen Informationen zurückzukehren.«
Da die Temperaturen bereits um diese Uhrzeit schweißtreibend waren, erfreute es mich, dass wir am Hafen unserer Arbeit nachzugehen hatten. Hier wehte ununterbrochen ein erfrischender Wind.
Der Verwalter war nicht da, aber ein junger Mann, der uns die Tür geöffnet hatte, war bereit mit uns zu sprechen.
»Wie heißen Sie?«, begann Berndt und stellte dem blonden Mann dieselben Fragen, wie kurz zuvor Herrn Krämer.
Die Befragung dauerte nicht sonderlich lange und brachte ebenso wenig Erkenntnisse. Auch dieser Bürger hatte nichts gesehen, gehört oder vermisste jemanden.
»Wo ist Otto Vogt, wann ist er wieder da?«
»Er wollte noch etwas erledigen. Was, das hat er nicht gesagt – das sagt er niemals. Wenn sie beide in eins, zwei Stunden noch einmal vorbeischauen, kann es gut sein, dass sie ihn antreffen.«
Wir bedankten uns bei dem jungen Mann und verließen das Verwalterhaus.
Bis zum Mittag waren wir damit beschäftigt, weitere Kleinhändler und Hafenarbeiter zu befragen. Wir trafen zwar auf den einen oder anderen Zeugen, der die Wasserleiche und die Bergung gesehen oder davon gehört hatte, doch konnten ihre Aussagen keinen neuen Wind in die Ermittlungen bringen.
Was mir jedoch nicht entging, war, dass Berndt sich alle Namen der Augen- oder Ohrenzeugen aufschrieb. Als ich ihn nach dem Grund fragte, antwortete er: »Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich der Täter in der Menge befand. Sollte uns einer dieser Namen während der Ermittlungen noch mal über den Weg laufen, dann sollten wir uns die Person einmal genauer anschauen.«
Kurz nach zwölf Uhr passierten wir abermals die Turmuhr an den Landungsbrücken. Wir waren auf dem Weg zum Verwalterhaus. Diesmal trafen wir Otto Vogt an. Ein breitschultriger muskulöser Mann in den Vierzigern stand vor uns.
»Soweit ich das mitbekommen habe«, antwortete Otto Vogt auf die Frage: ob er den Toten gekannt hatte, »kam er aus Altona. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern da etwas dran ist. Vorhin habe ich in die Richtung ´was aufgeschnappt. Wenn Sie mich fragen, sollten sie zum Fischmarkt gehen. Er wird für jemanden gefischt haben, der dort seine Waren verkauft. Unter meinen Leuten vermisse ich jedenfalls keinen Mann.«
»Ich danke Ihnen, Herr Vogt«, sagte Berndt und auch ich bedankte mich bei dem Verwalter mit einem Händedruck.
»Ich hoffe, dass ich ihnen weiterhelfen konnte.«
»Das wird sich erst noch zeigen müssen«, sagte Berndt beim Herausgehen.
Von den Landungsbrücken aus ritten wir in Richtung Nordosten, der Altstadt entgegen. Wir überquerten mehrere Brücken, auf einem Weg, der eine Gasse durch das Gängeviertel schlug. Auf den Fleeten herrschte reger Verkehr. In Schuten, höchstens zwei Meter langen Schaluppen, wurde Sand, Kohle oder Schutt befördert. In dichtem Gedränge manövrierten sich die Kanalboote aneinander vorbei. Außerdem gab es noch die sogenannten Fleetkieker, die auf den schmalen Wasserstraßen unterwegs waren. Sie befreiten die Kanäle von Müll und trugen dafür Sorge, dass die Fleete stets die benötigte Tiefe zum Warentransport hatten.
Auf den Straßen an Land war das Gedränge ähnlich groß. Der Fischmarkt war lange vorher zu hören, bevor wir den Eingang sehen konnten. Unsere Pferde brachten wir zurück zum Revier. Von der Kleine-Bäcker-Straße 23 aus war es nur noch ein Katzensprung bis zum Fischmarkt.
Einige Marktstände waren schon geschlossen, weil der oder die Betreiber ihre Ware bereits an den Mann gebracht hatten.
Obgleich dies mein erster Fall als Kommissar der Mordabteilung war, so war ich mit der Suche und Befragung mutmaßlicher Zeugen durchaus vertraut. Ein lästiger und nervenaufreibender, dafür unabdingbarer, Teil einer jeden Ermittlung. Denn eines war auch mir nicht entgangen: irgendjemand, hat immer etwas gehört oder gesehen.
Vier Stunden später gaben wir uns geschlagen und kehrten zurück zum Kommissariat.
Am nächsten Tag machten wir genau dort weiter, wo wir gestern aufgehört hatten. Wir begannen mit dem Altonaer-Fischmarkt – wir wollten mit den Händlern sprechen, die wir am gestrigen Tage verpasst hatten. Wir unterhielten uns mit Männern und Frauen, freundlichen und garstigen Personen. Kurzum: es war zum Verzweifeln, weil einfach niemand weiterhelfen konnte.
Gegen Mittag, als Berndt gerade vorschlug, dass wir zur Hafenpromenade wechseln sollten, fiel mir ein Stand auf, den wir bislang ausgelassen hatten.
»Einen noch«, sagte ich, deutete auf die Fischbude und zwang mir ein Lächeln ab. Ich war ermüdet.
»Bergmann, Kriminalpolizei.« Berndt zeigte seinen Ausweis vor.
»Oh nein, ist Fiete etwas zugestoßen?«, fragte der alte Mann hinter dem Verkaufstresen.
Berndt und ich sahen einander an.
»Fiete?«, fragte ich nach.
»Friedrich Hahm. Einer meiner Fischer. Er ist gestern mit Gitti, Georg Tiel, raus zum Fischen gefahren. Doch kam Gitti allein wieder. Als ich fragte, wo Fiete sei, meinte er, dass sie für kurze Zeit die Kontrolle über das Boot verloren haben und Fiete dabei über Bord gegangen war. Gitti hatte nichts mehr tun können. Da sie nicht weit draußen waren und Fiete ein begnadeter Schwimmer ist, haben wir uns Hoffnungen gemacht, dass er es geschafft hat und wieder auftaucht.«
Berndt und ich hingen an den Lippen des Mannes. Wir versuchten, die Informationen zu verarbeiten und richtig zu deuten.
»Wo können wir diesen Gitti antreffen?«, fragte Berndt mit gezückten Büchlein und Schreiber. »Wie heißt er noch gleich richtig?«
»Georg Tiel. Er wohnt im Brettergang Nummer 12.«
»Und Sie heißen?«
»Joachim Frisch.«
»Fisch von Frisch«, sagte ich und deutete hinter mich. Unweit des Marktplatzes befand sich eine Fischerei mit diesem Namen, bei der ich seit Jahren Stammkunde war, bevor ich von Altona in den Vorort Barmbek gezogen war, aufgrund der stark angestiegenen Mietpreise.
»Ja, der bin ich. Ich wollte ihnen ohnehin raten, erst einmal bei meinem Laden vorbeizuschauen. Gitti wird noch im Hof, beim Anleger sein, das Boot hat einigen Schaden abbekommen, weswegen er heute nicht raus zum Fischen konnte. Außerdem fehlt mir ja ein Mann. Wurde Fiete denn gefunden? Ist er wieder aufgetaucht?«
»Ein Mann wurde gestern Vormittag aus dem Hafenbecken gefischt. Wir glauben, dass es sich dabei um den vermissten Friedrich Hahm handelt. Er ist tot.«
Joachim Frisch hatte es die Sprache verschlagen.
»Ist er ertrunken?«, fragte er nach einer Weile.
»Vielleicht, dass können wir noch nicht sagen«, antwortete Berndt hastig. »Ich muss Sie bitten in die Pathologie zu gehen – am besten heute noch!« Berndt schrieb die Adresse und den Namen des zuständigen Mediziners auf, riss die Seite aus seinem Notizbuch und reichte sie Herrn Frisch. »Sie müssen den Mann identifizieren. Wir wissen schließlich nicht, ob es wirklich die Leiche von Friedrich Hahm ist.«
Kurz darauf verabschiedeten wir uns und verließen den Markt.
»Warum hast du ihm nicht gesagt, dass der Tote erstickt ist?«, fragte ich meinen Partner.
»Weil ich nicht will, dass jemand aufgescheucht wird. Wir unterhalten uns jetzt erst einmal mit Herrn Tiel und dann sehen wir weiter.«
Georg Tiel war tatsächlich am Anleger, im Hinterhof der Fischerei ›Fisch von Frisch‹, anzutreffen. Der Hof grenzte an einem Fleet an, dem Nikolaifleet, einer der breitesten Wasserstraßen in der Stadt, die direkt im Binnenhafen mündete. Zwei Bootsrampen standen zur Verfügung, um kleinere Boote in die fischereieigene Werft zu bringen.
»Georg Tiel?«, fragte Berndt den Mann um die Zwanzig, der gerade damit beschäftigt war, neue Nieten zu setzen. Er hatte uns nicht kommen gesehen und sah erst jetzt auf. Kaum merklich fuhr er zusammen. Unsere Kleidung hatte ihm den Grund unseres Besuches bereits verraten, doch versuchte er, sich davon nichts anmerken zu lassen.
»Wir sind von der Kriminalpolizei«, erklärte ich.
»Herr Frisch ist noch bei seinem Stand auf dem Fischmarkt«, wandte der junge Mann ein.
»Das wissen wir, Herr Tiel, er hat uns zu Ihnen geschickt.«
»Zu mir?« Die Verwunderung darüber klang glaubwürdig. »Worum geht es?«
»Können Sie sich das nicht denken?«
Georg Tiel spielte den Unschuldigen.
»Herr Frisch hat uns davon erzählt, dass Sie und ein gewisser Friedrich Hahm, gestern hinaus zum Fischen gefahren sind. Zurück kamen Sie jedoch alleine.«
»Fiete ist über Bord gegangen. Ich habe versucht ihm zu helfen, aber er war so schnell verschwunden.«
»Friedrich Hahm wurde gestern tot aus dem Hafenbecken gefischt«, sagte Berndt, um eine Reaktion zu provozieren.
»Er ist tot? Ich fasse es nicht! Dabei ist er so ein guter Schwimmer.«
Herr Tiel spielte seine Rolle recht passabel, aber die Spuren am Körper des Opfers, erzählten nun mal eine andere Geschichte.
»Herr Hahm hatte eine Beule am Kopf«, sagte Berndt des Weiteren.
»Die muss er sich zugezogen haben, als wir die Kontrolle über das Schiff verloren«, lautete die selbstsichere Antwort.
»Warum haben sie die Kontrolle verloren? Was ist auf dem Meer passiert?«
»Nun, wir waren nicht besonders weit draußen. Das Boot kippte plötzlich auf die Backbordseite, war kurz davor zu kentern. Dabei ist Fiete über Bord gegangen. Eine Welle muss uns unvorhergesehen getroffen haben. Ich konnte mich am Steuerrad festklammern. Als sich das Boot wieder aufrichtete, ich das Fahrhäuschen verlassen konnte, war von Fiete weit und breit keine Spur zu sehen. Ich nahm deshalb an, er sei an Land geschwommen. Sie müssen wissen, er war ein begnadeter Schwimmer. Ich kann es gar nicht glauben, dass Fiete ertrunken ist.«
»Das ist er auch nicht«, warf Berndt ein.
Georg Tiel schien nicht recht zu verstehen, wie das gemeint war, als er unsicher fragte: »Also lebt Fiete noch?«
»Friedrich Hahm ist erstickt und nicht ertrunken!«
»Ich verstehe das nicht. Was ist denn nun mit ihm passiert?«
»Wir hatten gehofft, dass Sie uns diese Frage eventuell beantworten könnten.«
Herr Tiel schüttelte den Kopf. »Ich fasse es einfach nicht, dass er tot ist.«
»Verstanden Sie und Herr Hahm sich gut?«
»Ja, Fiete und ich haben uns durch die Arbeit kennengelernt. Seit fünf Jahren fahren wir nun jede Woche raus und haben Karpfen gefischt. Ich würde unser Verhältnis auf jeden Fall als eine tiefe Freundschaft bezeichnen.«
Kurz darauf verabschiedeten wir uns und gingen zurück zum Revier. Auf dem Weg fragte ich meinen Partner, was er über die Befragung dachte, und warum er Herr Tiel gegenüber so getan hatte, als stünde bereits fest, wer der Tote gewesen war.
»Herr Tiels Geschichte machte auf mich einen einstudierten Eindruck. Er erzählte uns wahrscheinlich genau dasselbe, was er zuvor Joachim Frisch aufgetischt hat. Besonders verräterisch war seine Wortwahl. Er sagte: … WAR ein begnadeter Schwimmer, … dass er ertrunken IST oder … tot IST. Herr Tiel spricht von seinem Fischerkollegen in der Vergangenheit und betrachtet dessen Tod als eine feste Tatsache.«
»Soll ich ehrlich sein, Bergmann?«
»Ich bitte darum.«
»Ich glaube, wir haben unseren Mörder gefunden.«
»Dieser Meinung bin ich auch, doch können wir Georg Tiel leider noch nicht verhaften.«
Aus diesem Grund wurden die folgenden Tage darauf verwendet, die Schlinge um den Tatverdächtigen zuziehen zu lassen. Als einer der ersten Schritte wurde Joachim Frisch auf das Revier eingeladen. Inzwischen war er in der Pathologie gewesen und hatte den Toten eindeutig als Friedrich Hahm identifizieren können. Er machte eine Aussage, in der er zu Protokoll gab, wie Georg Tiel und Friedrich Hahm, gemeinsam am Morgen des 10. Mai die Werft verließen, um mit dem Boot hinauszufahren. Am frühen Abend desselben Tages kehrte Georg Tiel alleine zurück. Damit besaßen wir eine Zeugenaussage, aus der hervorging, dass Georg Tiel das Opfer zuletzt gesehen haben musste und für die Tatzeit kein Alibi vorweisen konnte. Die Aussage von Herrn Frisch ließ einzig und allein den Schluss zu, dass sich Georg Tiel zur Tatzeit mit dem Opfer am Tatort aufgehalten hatte. Ergo: wurde Herr Tiel Zeuge des Mordes oder war der selbst Mörder.
Da nun der Name des Opfers offiziell bekannt war, begann unser Kollege Werner Bauer damit, das Leben von Friedrich Hahm zu durchleuchten. Dies war eine Sisyphusarbeit und die würde sich hinziehen können.
Auch wenn wir glaubten, den richtigen im Visier zu haben, fehlte uns nach wie vor das Motiv. Warum hätte Georg Tiel seinen Freund und Arbeitskollegen umbringen sollen? Ein Fischer saß für gewöhnlich nicht auf einem Berg von Geld. Auch Liebe konnte kurze Zeit später als Tatmotiv ausgeschlossen werden. Die Recherchen ergaben, dass weder Herr Tiel, noch das Opfer, in einer Partnerschaft lebten oder Kontakt zu den gleichen Frauen hatten.
Wochen später, die Ermittlungen hatten sich festgefahren, kam der Bericht aus der Pathologie. In erster Linie bestätigte der Inhalt des Schreibens, die aufmerksamen Beobachtungen meines Partners. Das Opfer hatte einen dumpfen Schlag auf den Kopf bekommen. Der Tod trat durch Ersticken ein. In dem Bericht stand etwas von Stofffäden und Stofffetzen, die im Mundraum des Opfers sichergestellt werden konnten.
»Wir haben nicht viel«, verkündete Berndt während einer Dienstbesprechung, »aber ich finde, wir sollten es versuchen.«
»Was genau möchtest du versuchen?«, fragte Hans Richter, der Polizeichef.
»Erstens: einen Durchsuchungsbefehl für Tiels Wohnung und die Fischerei Frisch erlangen, zweitens: nach weiteren Beweisen suchen, eventuell etwas, das zu den Stoffresten passt, die Bauer verwahrt. Drittens: den Tatverdächtigen zu einem Geständnis drängen.«
»Womit?«
»Mit der Zeugenaussage«, antwortete Berndt. »Ich weiß, das ist dürftig, aber diese Aussage drängt unseren Verdächtigen in die Ecke. Er ist unser Mann, und wir schnappen ihn uns.«
»Auf deine Verantwortung, Bergmann«, damit schloss unser Chef die Besprechung.
Berndt und ich machten uns auf, es war schon nach zwanzig Uhr, zur Wohnung des Verdächtigen. Auf unserem Weg passierten wir die Fischerei. Das Tor zum Hinterhof war versperrt. Berndt wollte an der Wohnhaustür klingeln, als ich ihm bedeutete, dass sein zu lassen. »Ich liege doch richtig, dass du nach so etwas wie einem Lappen suchst?« Berndt nickte. Ich schaffte es, an einer Stelle zwischen zwei Häusern über eine Mauer zu klettern und den Hinterhof zu betreten. Das Boot lag nach wie vor trocken. Beim Durchsuchen fand ich schnell, wonach ich Ausschau gehalten hatte. Ein schmutziger weißbrauner Lumpen, mit öligen Flecken. Zurück auf der Straße verglichen wir den Stoff mit den sichergestellten Resten, die Bauer aus der Pathologie besorgt hatte. Farblich passten sie zusammen. Der Lappen aus dem Fischerboot war an den Seiten ausgefranst und der Stoff teilte sich in diesen Bereichen in seine einzelnen Fäden.
»Wir sind auf der richtigen Spur«, sagte Berndt. Ich nickte, steckte die Beweismittel ein und folgte meinem Partner.
»Sie schon wieder?«, nahm uns der Verdächtige schlecht gelaunt in Empfang.
Er hat doch nicht wirklich geglaubt, es sei vorbei, sagte ich mir.
Wir baten um Einlass. Danach legten wir sogleich den Grund unseres Besuches dar.
»Ich habe nie bestritten, dass es so war«, verteidigte sich Herr Tiel, nachdem Berndt von der Aussage Joachim Frischs erzählt hatte. »Ich bin zusammen mit Fiete rausgefahren und, nachdem er über Bord gegangen ist, alleine zurückgekehrt.«
»In Ordnung, Herr Tiel. Was ist Herrn Hahm zugestoßen, bevor er über Bord ging?«
»Ich verstehe nicht.«
»Wenn Sie, wie Sie es eben zugegeben haben, die ganze Zeit mit Friedrich Hahm zusammen gewesen sind, müssen Sie den Mord an Ihrem Freund beobachtet haben, wenn Sie es nicht selbst waren.«
»Sie glauben allen Ernstes, dass ich Fiete auf dem Gewissen habe? Es war ein Unfall. Er ist ertrunken! Warum hätte ich Fiete bitte umbringen sollen?«
Weil wir darauf selbst noch keine Antwort hatten, machte Berndt an einer anderen Stelle weiter. Er verlangte nach dem Lappen. »Diesen Lumpen haben wir aus dem Boot, mit dem Sie laut eigener Aussage am 10. Mai rausgefahren sind.«
»Und?«
»Stofffetzen, die aus dem Mund von Herrn Hahm stammen, sehen diesem hier verdammt ähnlich.«
»Was soll das alles? Das beweist doch noch lange nichts!«
»Ich glaube, Sie haben Friedrich Hahm zuerst mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihm anschließend diesen Lappen in den Mund gestopft. Dann haben Sie ihm die Nase zugehalten, bis er schließlich starb. Danach haben Sie den Lumpen entfernt und Ihren Freund über Bord geworfen. Leider kam Ihr Freund zurück nach Hamburg und brachte uns zu Ihnen.«
»Das ist ja eine ganz nette Geschichte«, empörte sich Herr Tiel, »aber das entspricht nicht der Wahrheit. Ich habe Fiete nicht umgebracht. Warum auch?«
Nun zückte Berndt den Durchsuchungsbefehl und hielt ihm dem Mann vors Gesicht. »Ich glaube, dass wir den Grund dafür, irgendwo hier versteckt finden.«
Erstmals erkannte ich eine Unruhe, die blitzartig über das Gesicht des Verdächtigen hinweghuschte. Zeitgleich wurde seine Atmung beschleunigt.
Es ging los. Berndt und ich begannen damit die Wohnung, bestehend aus einem Schlafzimmer, einer Kochnische und dem Flur, minutiös von oben nach unten zu durchsuchen.
Die erste Stunde verging, ohne dass wir auf etwas stießen. Doch Herr Tiel zeigte sich nach wie vor nervös, außerdem waren Berndt und ich geduldig. Wir blieben dran und machten uns eingehendere Gedanken, was es für Versteckmöglichkeiten in der kleinen Arbeiterwohnung gab.
»Was, wenn er mögliche Beweise vernichtet oder woanders versteckt hat?«, fragte ich Berndt so leise, dass Georg Tiel nichts davon mitbekam.
»So wie den Lappen? Nein, er hat nichts vernichtet, und wenn er was versteckt, dann in greifbarer Nähe, da bin ich mir ganz sicher.«
In greifbarer Nähe, ging es mir durch den Kopf und ich wandte mich noch mal dem Nachttisch zu. Die Schubladen hatte ich bereits durchsucht und auch die Unterseiten abgetastet. Ich zog die obere Schublade heraus und kippte den Inhalt auf das Bett. Währenddessen warf ich einen unauffälligen Blick zu Herrn Tiel. Die Nervosität schien zuzunehmen. Ich nahm die Bodenplatte in Augenschein, klopfte zuerst und drückte dann darauf. Es machte klick.
Mit angehaltenem Atem schaute Berndt zu mir herüber.
»Ein doppelter Boden«, sagte ich.
»Davon wusste ich nichts!«, rief Georg Tiel aus.
»Schweigen Sie!«, befahl Berndt. »Was ist darin?«
Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Ein Batzen Geld. Mehr als ich jemals auf einen Haufen hatte gesehen. »Fast zweihundert Mark«, verkündete ich, als ich es flüchtig gezählt hatte.
»Na, da hätten wir ja ein Motiv«, sagte Berndt zufrieden.

Mit dem Finden der Geldscheine konnten wir diesen Fall lösen. Nicht, weil jetzt alle Fragen beantwortet waren, sondern weil der Verdächtigte geständig war, um der Todesstrafe entgehen zu können.
Auch längere Zeit nach der Verhaftung unterhielt ich mich immer wieder mit Berndt über diesen Fall. Wir wussten nicht, woher das Geld kam. Georg Tiel wollte oder konnte es uns nicht erzählen. Nur eines stand fest. Das Geld hatte nicht Friedrich Hahm gehört. Werner Bauer war bei seinen Recherchen auf nichts gestoßen, das vermuten ließ, dass das Opfer zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens an Geld gekommen war oder anderen, zwielichtigen Geschäften, neben seiner Arbeit als Fischer, nachgegangen war.
Der Fall war beendet. Die Akte wurde geschlossen. Ein Täter gefasst und weggesperrt. Doch Fragen blieben und wahrscheinlich würden sie niemals beantwortet werden können.

Fast ein halbes Jahr später kam dann doch noch mal Bewegung in diesen Fall. Werner kam zur Tür herein. Er reckte ein Stoß Papiere in die Luft. »Ich habe damals ja alle Hebel gezogen und getan, was ich konnte. Heute lag dann dieser Schinken in dem Postfach.«
»Worum geht´s?«, fragte Berndt.
»Um Friedrich Hahm.«
Berndt benötigte einen Moment, doch ich wusste gleich, wer gemeint war.
»Der Fischer?«, fragte mein Partner.
Werner nickte. »Auf seinen Namen läuft eine Lebensversicherung.«
Da staunten wir beide nicht schlecht. Damit hatte niemand rechnen können. Berndt saß eine Weile lang stillschweigend da und dachte nach. »Aber das passt nicht zusammen«, sagte er anschließend. »Das Geld, das wir in der Wohnung des Verdächtigen gefunden haben, konnte unmöglich aus der Lebensversicherung stammen.«
»Das stimmt in gleich mehrerlei Hinsicht«, fügte Werner hinzu. »Der Täter ist nicht der Begünstigte und außerdem wird die Summe der Versicherung erst ein Jahr nach dem Tod des Versicherten ausbezahlt.«
»Warum besitz ein Fischer eine Lebensversicherung?«, fragte ich. »Nicht mal ich habe eine.«
»Ich weiß es nicht, Winter. Wer ist der Begünstigte?«
»Ein Herr Markus aus der Nähe von Kiel«, las Werner vor.
Damit war der Fall des Fischers nicht gänzlich vorbei, doch über den Erben erzähle ich ein anderes Mal.




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